In unserem Verein wird eine Symbiose aus verschiedene Stilen, wie z.B. Shantung Black Tiger, Wah Lum Tan Tui Northern Praying Mantis, Tan Tui, etc. aus dem norchinesischem Shaolin Kung Fu gelehrt. Der Unterricht ist durch seine
traditionelle Herkunft geprägt. So bildet die Grundlage unseres Kung Fu-Unterrichts die 10 Basis Formen der Chin Woo Athletic Association. Alle Bewegungen gehen vom Grundsatz der Selbstverteidigung aus. Das Chin Woo Kung Fu ist kein Stil sondern eine Zusammenfassung mehrerer Stile.
Shifú Dirk legt bei seinem Unterricht besonders viel Wert auf ein gutes Grundverständnis der zahlreichen Bewegungsabläufe. Hierzu hat er ein gezieltes Trainingsprogramm gemeinsam mit Physiotherapeuten und Fitnesstrainern entwickelt, bei dem nach aktuellen Erkenntnissen der Physiotherapie, die Muskeln und Gelenke des menschlichen Körpers aufgebaut und trainiert werden.
Basis- Training
Die Basis im
Chin Woo - Kung Fu bilden 10 Formen: Tan Tui, Gong Li Quan, Jie Quan, Da Zhan Quan, Jie Tan Tui, Tao Quan, Ba Gua Dao, Wu Hu Qiang, Qun Yang Gun, Tan Dao Quang Qiang.
Anfgefangen wird mit dem Tan Tui Training oder „Springende Beine“. Diese ist eine berühmte Faust- Form. Es wurde als Basis- Kung Fu- Übung für das Erlernen von fortgeschrittenem Kung Fu ausgewählt. Tan Tui wird mit weiten Stellungen ausgeführt und hat einen majestätischen Stil. Die Bewegungen mögen einfach aussehen, enthalten aber in Wahrheit zahlreiche Kombinationen von Bewegungen zur Selbstverteidigung. Das Basistraining enthält eine extreme Beinarbeit in tiefen und langen Stellungen und dient zum Aufbau von Kraft, Kondition, Koordination, Dehnung und mehr Flexibilität.
Die Hand-Augen- Körper Koordination wird zur unbedingten Notwendigkeit beim Training von Tan Tui. Die von Shifú Dirk Ritt gelehrte Tan Tui enthält 12 Unterformen. Diese Unterformen werden abwechselnd links und rechts in geordneter Form als Schleife wiederholt. Man kann Tan Tui allein oder mit einem Partner üben (Jie Tantui - Partner-Form). Die Anwendungen der Jie Tantui ist besonders geeignet für die Schärfung der Sinne, der Selbstverteidigung sowie das wachsende Verständnis des praktischen Nutzens von fortgeschrittenen Formen.
Tierstile
In diesen Formen
sind Eigenarten und besondere Charakterzüge von Tieren Vorbild für die
Bewegungen gewesen. Im Chin Woo - Kung Fu werden viele klassische Tierformen
gelehrt (zum Beispiel Gottesanbeterin, Tiger oder Leopard). Jede Form hat
ihre eigene Dynamik und beinhaltet spezielle Techniken und Vorteile.
Auch hat
jede Form spezielle Trainingsinhalte: Die Formdes Tigers charakterisiert reißende Techniken mit offenen Krallen – Händen.
Dieses Tier wird in den chinesischen Kampfkünsten wegen seiner enormen Kraft
und Unerbittlichkeit im Kampf verehrt.
Der Stil wird in tiefen Ständen mit
starken Handtechniken ausgeführt. Der Storch hingegen bewegt sich ruhig und
ausgeglichen. Seine Schönheit und Eleganz sind ein Merkmal dieser Form, dessen
Bewegungen auf die Förderung des Gleichgewichts abzielt. Lange Handtechniken
und Trittkombinationen zeichnen diese Form aus. Die verschiedenen Tierformen
sind im Chin Woo - Kung Fu dem Grad des Fortschrittes angepasst.
Hebel- und
Befreiungstechniken
Hierbei handelt
es sich die verschiedensten Metdoden, um sich gegen Festdaltegriffe (z.B. an
Armen, Kleidung, Haaren) Würgen oder Umklammerungen durch einen Gegner zu
wehren.
Die Befreiungstechniken beinhalten verschiedene Hebel- und Überstreckungstechniken
gegen die Gelenke und Sehnen des Gegners.
Es sind primär Griff- und
Hebeltechniken, die man in sämtlichen Formen (meist versteckt) findet.
Abhärtungsübungen
Zur Verfeinerung
der Techniken und um Verletzungen bei Schlag- oder Fußtechniken zu vermeiden,
ist die Abhärtung ein weiterer Bestandteil des Unterrichts. Es gibt viele Übungen
die man allein ausführen kann (z.B. Liegestütze auf den Fäusten) oder am
Partner (z.B. „Da Sam Sing“ drei Sterne-Schlagen) oder auch an verschiedenen
Geräten (Holzpuppe, Wandsandsack).
Waffen - Training
Im Kung Fu werden zahlreiche Waffen verwendet und es gibt hunderte von Waffenformen. Die Hauptgruppen von Waffen sind: Dao - der Säbel, Jian - das Schwert, Qiang - der Speer und Gun - der Langstock. Dazu kommen viele Variationen und Kombinationen dieser Waffen wie Sanjiegun - der dreiteilige Stock, Jiujiebian - die neunteilige Peitsche oder Pudao - die kleine Hellebarde. Im Chin Woo werden viele Waffen (z.B. Stab, Messer, Schwert, Speer, Hellebarde, 3-Segmenten-Stab, Flöte, Fächer usw.), sowohl einzeln, als auch mit einem Partner (wie z.B. Speer vs. Säbel, Speer vs. Hellebarde usw.) unterrichtet.
Gun – der Stab wird auch der Vater aller Waffen genannt. Aufgrund seiner Einfachheit und der praktischen Anwendung, ist es eine der beliebtesten Waffen. Es gibt zahlreiche Formen mit dem Stab, wobei viele von den Shaolin Mönchen stammen.
Dao – der Säbel ist die am meisten verbreitete Waffe, nicht zuletzt da der Begriff Dao für eine Vielzahl von Waffen verwendet wird. Es gibt kurze Säbel, bei welchen die Klinge direkt an einem Griff montiert wird und längere, bei welchen die Klinge an einem Langstock befestigt ist. Der kurze Säbel wurde in China erstmals während der Bronzezeit verwendet.
Kwandao – Während der westlichen Zhou Dynastie (11. - 7. Jhd. v.Chr) wurde der Säbel zeitweise vom geraden Schwert abgelöst. Zum Beginn der westlichen Han Dynastie (2. Jhd. v.Chr) wurde die Kavallerie immer wichtiger und lange Varianten des Dao wurden entwickelt (zb. Pudao oder Kwandao). Beide Varianten blieben bis zum Anfang des 20. Jhd im Militär in Gebrauch und bei Kampfsportlern sind sie noch heute beliebt.
Jian – Das Schwert erlebte seine Blütezeit während der östlichen Zhou Dynastie (7. Jhd. vChr.), und zahlreiche berühmte Klingen wurden während dieser Zeit hergestellt, auf Verlangen des Kaisers und der Herzöge. Schon 200 v.Chr. verlor das Schwert jedoch an Bedeutung für das Militär und es wurde nur noch zu Präsentationszwecken getragen. Immer noch beliebt bei Kampfkünstlern, entwickelten sich noch zahlreiche Formen (z.b. Tai Chi Schwert oder Wudang Schwert).
Qiang – der Speer ist schon seit Urzeiten in China in Gebrauch. Er besteht grundsätzlich aus einem langen Stock mit einer Bronze- oder Stahlspitze. Gegen Ende der westlichen Han Dynastie (20 n.Chr) wurde er zur Hauptwaffe des Militärs, sowohl der Infanterie als auch der Kavallerie. Der geringe Herstellungsaufwand mag mit ein Grund dafür sein. Bis ins 20.Jhd. hinein wurde der Speer verwendet und er koexistierte lange Zeit mit Feuerwaffen.
Die Handhabung
verschiedener Waffen lässt sich auch gut auf alltägliche Gegenstände
kopieren. So lässt sich beispielsweise mit einem Regenschirm, einem
Spazierstock oder mit einer eingerollten Zeitung verschiedene Stock-, Speer-
oder Säbeltechniken für eine Selbstverteidigungssituation anwenden. Weiterhin
ist das Waffentraining ein ausgezeichnetes Mittel zur Entwicklung von Kraft und
Geschicklichkeit.
Quelle: Die Texte über die chinesischen Waffen haben wir von der Chin Woo Schweiz